Soziales Engagement - Hilfe für Nicaragua
Nicaragua Nicaragüita - Die Verhältnisse in San Pedro
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- Aufbruch in die Berge
- Die Verhältnisse in San Pedro
- Die Arbeit der Schwestern in San Pedro
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- Von Hexen und Geistern
- Die Mädchen, die bei den Schwestern leben
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Die Verhältnisse in San Pedro
Man ist in San Pedro also ziemlich abgeschnitten von der Außenwelt, fließend Wasser, Licht, Telefon gibt es nicht und bis zum nächsten Krankenhaus sind es 9 Stunden. Somit ist mit einer kleinen Krankenstation, Behandlungsraum auf der Straße, die Naturheilklinik der Schwestern die einzige medizinische Versorgung. Bei Notfällen sieht es folglich ziemlich schlecht aus. Es gibt aber auch genauso Fälle, in denen eigentlich genug Zeit wäre, ins Krankenhaus zu fahren: Als ich im Dezember meinen zweiten Aufenthalt in San Pedro beendete, machte sich zur gleichen Zeit eine Oma mit ihrer vierjährigen Enkelin auf den Weg ins Krankenhaus. Die Familie stammte aus einer kleinen einsamen Finca in den Bergen. Seit einem halben Jahr schon zeigte die Kleine Symptome für die schwere Nierenkrankheit, an der schon ihre Mutter gestorben war: ihr Bauch war aufgebläht, ein Bein schmerzte fürchterlich und ihr Gesicht war völlig zugeschwollen. Erst jetzt hatte die Familie beschlossen mit dem Mädchen nach San Pedro in die Naturheilklinik zu kommen. Rat der Schwester war natürlich sofort ins Krankenhaus zu fahren, ihr Zustand war lebensbedrohlich.
Die Oma wollte nicht. Ob es am Geld liege? Nein, aber sie wären noch nie in dieser Stadt gewesen, kannten sich nicht aus, etc…
Als Schwester Vida ihnen das Angebot machte, sie zu begleiten, willigten sie schließlich ein. Das Unverständnis für die Krankheit war der Familie aber deutlich anzumerken, die ganze Fahrt über saß das Mädchen eingequetscht im schaukelnden Laster, die Oma machte keine Anstalten das wimmernde Kind auf den Schoß zu nehmen.
Im Krankenhaus wurden Überlebenschancen eingeräumt, mit der Bedingung allerdings, dass das Mädchen bis Januar stationär versorgt und danach eine strikte Diät gewährleistet würde.
Nein, die Diät könne sie dem Kind nicht gewährleisten. Der Bitte, das Mädchen doch dann bei den Schwestern leben zu lassen, die diese Diät ermöglichen könnten, gab die Oma aber auch nicht nach. Schon ein paar Tage später fuhr sie mit der Kleinen zurück auf die Finca in den Bergen.
