Soziales Engagement - Hilfe für Nicaragua
Nicaragua Nicaragüita - Die Arbeit der Schwestern in San Pedro
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Die Arbeit der Schwestern in San Pedro
Wie wenig bedeutet dort ein Leben? Wie lieblos und demoralisiert kann man sein? Die Wertmaßstäbe sind in den Bergen völlig andere, was aber nicht zuletzt daran liegt, dass der Krieg besonders dort tiefe Spuren hinterlassen hat, ja, sogar im Prinzip noch weitergeht.
San Pedro ist ein Dorf, das von Contras gegründet wurde, dementsprechend viele Contra-Chefs, die zahlreiche Menschenleben auf dem Gewissen haben, gibt es dort. Jeder in diesem Dorf mit 3.500 Einwohnern, das allerdings wesentlich kleiner ist als Mutschelbach, weiß, wer wen umgebracht hat, angezeigt wird (wohl aus Angst) nichts. Die Schwestern erzählten mir, dass es bis vor ein paar Jahren jeden Montag, denn das ist der Markttag, an dem viele Leute von außerhalb kommen, drei bis vier Menschen getötet wurden und auch noch heute gibt es zahlreiche verspätete Racheakte.
Der Krieg hat demoralisiert und dass die Menschen in den Bergen noch gut bewaffnet sind, macht das Problem nur größer.
So ist es den Schwestern ein Anliegen den Menschen dort ihren Glauben näherzubringen und mit den christlichen Werten wieder langsam ein moralisches Bewusstsein zu schaffen. Diese Arbeit ist sehr schwer, langwierig und mit vielen Rückschlägen verbunden, das Bewusstsein und das Weltbild der Leute dort zu verändern wirkt schon teilweise wie Sisyphusarbeit. Beeindruckend war für mich in diesem Zusammenhang zu erkennen, dass Schwester Vida seit nunmehr 25 Jahren in dieser schwierigen Atlantikregion lebt, nur kleine Schritte machen kann und hartnäckig, voller Energie weiterkämpft. Bisher von der Kirche so gut wie ohne Rückhalt, sondern im Gegenteil noch hindernd, da der Machismus absolut vorherrscht.
