Theater
Die Stunde da wir nichts voneinander wussten
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- Erstellt am Donnerstag, 29. Juli 2010
Nachdem sich der Literaturkurs im 1. Halbjahr mit Parodien und Satire beschäftigt hatte stand im 2. Halbjahr Theater auf dem Lehrplan. Nach einigen Überlegungen und Versuchen, selbst etwas zu schreiben, brachte Herr Bender das Stück „Die Stunde da wir nichts von einander wussten“ von Peter Handke mit. Schnell war klar, dass dies das Stück war, welches der Kurs auf die Bühne bringen wollte.
Am 19. und 20. Juli 2010 wurde es schließlich in der Aula des Schulzentrums aufgeführt. Das Theaterstück war gut besucht und kam bei den Zuschauernd erstaunlich gut an. Der Kurs hatte im Voraus einige Bedenken, ob das Publikum sich für das Stück begeistern könne, denn es war ein Stück ohne Text und Handlung. Die Bühne stellte dabei einen Marktplatz dar, über den im Laufe der Zeit die verschiedensten Personen liefen. Jede dieser Personen hatte ihre eigene Geschichte und ihre Gründe, warum und weshalb sie gerade jetzt und auf diese Weise über den Platz lief.
Der Zuschauer konnte sich zu jeder Person seine eigenen Gedanken machen. Würde die Sprache die Phantasie hier nicht einschränken? Könnte sie nicht, träfe sie nicht den richtigen Augenblick, das Ungesagte zerstören? In einer Welt, in der es so laut zugeht wie in unserer, in der so viel gesagt wird – Nettes, Schlaues, Wichtiges, aber auch Dummes, Verletzendes, Zerstörerisches – kann es vielleicht einmal eine interessante Erfahrung sein, nichts zu sagen. Und ob dieses Stück eine Handlung hat oder nicht, darüber lässt sich streiten. Vielleicht liegt sie in den Köpfen der Zuschauer verborgen. Jeder verbindet mit den Rollen etwas anderes und interpretiert sie auf die eigene Weise.
Die Bedenken des Kurses blieben letzten Endes unbegründet. Viele der Zuschauer sprachen ihr Lob und ihre Begeisterung für das Stück aus. So hatten sich die vielen Theaterproben gelohnt und Herr Bender konnte sich am Ende seines Lehrerdaseins noch einmal über einen vollen Erfolg freuen.
Leonie Weber, 12