Die ai-Schülergruppe
Die Unterdrückung Tibets
ein Vortrag der Tibet Initiative Deutschland
Zum Anlass der 60 jährigen Menschenrechte
Am Donnerstag, den 11.12.2008, wurde es den Schülern der Klassenstufe 12 ermöglicht, im Rahmen des 60-jährigen Jubiläums der Menschenrechte, einen Vortrag der Tibet Initiative Deutschland (TID) zu hören. Die TID e.V. ist ein Teil einer weltweiten Bewegung, die sich für den Erhalt der tibetischen Kultur einsetzt. Sie wurde im Sommer 1989 gegründet. Der Verein ist parteipolitisch und religiös nicht gebunden und hat den Status der Gemeinnüutzigkeit. Der knapp 11/2 – stündige Vortrag über die Geschichte und die politischen und gesellschaftlichen Missstände von und in Tibet wurde von Karl-Heinz-Balz, einem Mitglied der Regionalgruppe Karlsruhe des TID gehalten.
Der Vortrag ließ die politischen und gesellschaftlichen Missstände, welche auch heute noch in Tibet vorherrschen, in den Köpfen der Schüler wieder präsent werden, nachdem das Thema Tibet nach den Olympischen Spielen 2008 in Vergessenheit geraten war. Dabei ließ ein kurzer historischer Exkurs tief in die weit zurückliegenden Konflikte zwischen China und Tibet blicken und untermauerte somit umso mehr das Unverständnis für die brutale, menschenverachtende und emotionslose politische Handlungsweise der chinesischen Regierung gegen ihre tibetischen Nachbarn. Bedenkt man, dass im Jahre 1950 bei einem Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarme 1,2 Millionen Tibeter ihr Leben ließen und nahezu alle Tempel und Klöster zerstört wurden, so ist es umso bedenklicher, dass sich Tibet auch in der heutigen Zeit nicht von seinen starken Nachbarn loszureißen weiß. Unterdrückung und die damit verbundene Ausbeutung Tibets werden von der Weltbevölkerung und deren Obrigkeiten billigend hingenommen, da Tibet für die Länder unserer Erde als weniger „interessant“ eingestuft wird, da es über weltweit benötigte Rohstoffe nicht verfügt, bzw. diese für alle anderen Länder unerreichbar sind, da China den Handel unterbinden würde. Auch Karl-Heinz-Balz von der Tibet Initiative Deutschland sprach diesen Missstand an und kritisierte das Unvermögen der Vereinten Nationen gegen das große China zu handeln und deren menschenunwürdige Handlungsweise zu unterbinden, da man sich unter keinen Umständen bestehende Witrschaftsbeziehungen zu China zunichte machen will. So besiegelte in gewissem Sinne die Weltbevölkerung das Schicksal Tibets, dessen Einwohner weder Rechte noch Mündigkeit besitzen.
Am Ende seines Vortrages zeigte uns Herr Balz noch den Dokumentarfilm „Leaving Fear Behind“ des tibetischen Regisseurs Dhondup Wangchen. Dieser nahm über 100 Interviews mit Tibetern auf, die sich trotz drohender Verfolgung offen über ihre Lebenssituation im besetzten Tibet äußern. In dem Dokumentarfilm berichten die Interviewten über die alltägliche Unterdrückung und Diskriminierung unter der chinesischen Herrschaft, nehmen Stellung zu den Olympischen Spielen 2008 in China und sprechen darüber, welche Bedeutung der Dalai Lama und seine Rückkehr nach Tibet für sie hat: „Dieser Film handelt von der Not des tibetischen Volkes – hilflos und frustriert“. Kurz nach der Fertigstellung des Films wurden Dhondup Wangchen und sein Team verhaftet.
Der 34-jährige Dhondup Wangchen, Vater von vier Kindern, ist immer noch verschwunden. Er wurde am 26. März verhaftet und war zunächst 3 Monate im Untersuchungsgefängnis Eshilipu in Xining in Haft. Zuletzt gesehen wurde er am 12. Juli 2008. Bisher sind von den chinesischen Behörden weder Gründe für seine Verhaftung genannt, noch ist Anklage gegen ihn erhoben worden. Sein Schicksal ist unbekannt.
Als Fazit können wir nur sagen, dass dies ein sehr interessanter Vortrag war, der uns alle sehr zum Nachdenken angeregt hat. Wer mehr über die Situation in Tibet wissen möchte, sollte sich einmal die Internetseite der TID (http://www.tibet-initiative.de/ der http://www.leavingfearbehind.com) anschauen.
Christian Schulz, Julia Grauvogl, Sebastian Gruner