Gymnasium Karlsbad



Theater

Großartige Theaterdarbietung am Gymnasium Karlsbad
„Abheute heißt Du Sara“ feierte glänzende Erfolge

Sara mit MutterAuf Grundlage des autobiographischen Romans „Ich trug den gelben Stern“ erzählt das Stück „Ab heute heißt Du Sara“ in 33 Bildern Ereignisse aus dem Leben der Berliner Jüdin Inge Deutschkron während der nationalsozialistischen Herrschaft. Unmittelbar nach der  Machtergreifung 1933 erfuhr das aufgeweckte Mädchen, wahrhaft beeindruckend gespielt von Christine Heinkel, erste Beschränkungen und Diskriminierungen, Entrechtung und Demütigungen durch die Nazis. Nicht nur, dass sie nicht mehr mit den Nachbarskindern spielen durfte, ihr Vater musste fliehen und Mutter und Tochter waren so schon früh auf sich allein gestellt. „Ab heute heißt du Sara!“, das waren die wohl entscheidenden Worte eines Polizisten 1938 zu der 16jährigen Inge, während er ein „J“ in deren Ausweis stempelte. Alles sollte sich von nun an im Leben der Berlinerin ändern, waren die kommenden Jahre doch von ständiger Flucht und einer angsterfüllten Irrfahrt mit ihrer Mutter, wunderbar verkörpert von Schirin Walter, durch Berlin bestimmt. Ab 1941 musste Inge dann einen gelben Stern tragen und fand sich bald darauf in einem total überfüllten "Judenhaus" wieder, bevor sie und ihre Mutter endgültig untertauchen mussten, um der anstehenden Deportation zu entgehen.

Bild 2Inge Deutschkron erfuhr jedoch auch, wie viele Menschen ihr angesichts von Verfolgung und drohendem Tod unter Einsatz ihres eigenen Lebens halfen. Immer wieder kam ihr Otto Weidt, überaus glaubhaft interpretiert von Harald Bender, zu Hilfe, in dessen Blindenwerkstatt Inge zeitweise arbeitete. Weidt unterstützte auch viele andere Juden. Alice (Ali) Licht, fantastisch gespielt von Patricia Mangler, verhalf er zum Beispiel zur Flucht aus Auschwitz. Sie alle waren Helden in ihrem Überlebenskampf, der im letztendlichen Triumph über das unmenschliche Regime gipfelte.  

Hervorragend inszeniert von Jörg Vögely vermittelte das Stück vortrefflich in ernster Stimmung, wie der Nationalsozialismus mit den Menschen umging. Es gelang, die Botschaft um das Grauen des Regimes mit feinem Wortwitz und situativer Komik zu vermitteln. Die wunderbare schauspielerische Leistung der junge Darsteller kann angesichts der Vielzahl an Rollen nicht hoch genug gewürdigt werden. So stellten Ronja Berg, Eva Breitschopf, Anja Sperl, Patricia Mangler, Nico Irmler, Hans-Christian Kostinek, Fabian Leidag, Julian Ungerer und Steffen Schlör in meisterhafter Weise Personen dar, denen Inge Deutschkron bei ihrem Überlebenskampf auf die eine oder andere Weise begegnete, die ihr Schicksal teilten oder daran beteiligt waren. Es war beeindruckend mitzuerleben, wie die jungen Schauspieler durch ihr gekonntes Spiel mit Ausdruck, Mimik und Gestik die unterschiedlichen Charaktere interpretierten und verkörperten. Ganz große Anerkennung und Respekt an dieser Stelle für das Geleistete.         

Großer Dank geht ebenfalls an die musikalische Leitung unter Gabriela Kneiding und Anne Weyand, Valentin Braun für sein Saxophonspiel, Constantin von Hornung für die Begleitung am Schlagzeug sowie an die Sänger und Sängerinnen des Chors. Des Weiteren geht ein Dankeschön an die Souffleuse Sarah Flaxmeier, den Bühnentechniker Christian Scholvin und an Jan-Dominik Hilkert und Sebastian Kurpat für Ton und Technik. Das Redaktionsteam bildete Jan-Dominik Hilkert, Julian Ungerer und Jörg Vögely, der zudem für die Gesamtleitung der Inszenierung verantwortlich war. Ohne sie wäre dieses außergewöhnliche Theaterspiel, das am 27. Juni seine Premiere feierte und an drei weiteren Tagen aufgeführt wurde, nicht möglich gewesen. In diesem Zusammenhang trifft es sich gut, dass unsere Schule vor wenigen Wochen mit dem Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet wurde. Mit diesem Stück kommen wir auch unserer Verpflichtung nach, uns gegen Rassismus und Diskrimierung zu engagieren.  Bleibt zu hoffen, dass es bald wieder eine so wundervolle Inszenierung am Gymnasium Karlsbad geben wird.    

Bilder von der Aufführung


Quelle: Website des Gymnasiums Karlsbad (http://www.gymnasium-karlsbad.de)