Gymnasium Karlsbad



Theater

Real Life – Ein Stück Realität?

Grummeln im Zuschauerraum des Musiksaals. Auf der Videoleinwand flimmert der Trailer des Onlinecomputerspiels „Real Life“. Ein Computerspiel, das mit seiner Magie und seinen Ideen eine Alternativwelt zum „langweiligen“ echten Leben verspricht. Kurz darauf sehen wir den 16 jährigen David (Christiane Landwehr) am Computer, der bereits schon mitten in die virtuelle Scheinwelt des Spiels versunken ist. Er wäre gerne wie seine Spielfigur Arometh (Melanie Drothler), der muskelstrotzende Held, der zwar nicht gerade durch seine Intelligenz, aber dafür durch seine Kampfkraft beeindruckt.

Im Laufe des Stückes können die Zuschauer erleben, wie David sich immer mehr in das virtuelle Leben des Spiels flüchtet und sich dadurch von seinen Freunden (Alisa Mielke) und seiner Schwester (Rosalie Weber) abkapselt. Als David sogar beginnt die Schule zu schwänzen, beschließen seine Freunde etwas zu tun, um ihn wachzurütteln. Ein Dokumentationsvideo von zwei verwahrlosten Spielsüchtigen (Diana Krickeberg & Dominik Koos), das seine Klassenkameradin Nathalie (Dalia Al Ichayat) auf einer inszenierten Laanparty plötzlich über den Bildschirm flimmern lässt, verwirrt David zwar aber wirklich „aufwecken“ kann ihn nur eine reale Ohrfeige  und letztendlich ein echter Kuss von seinem Schwarm Lara (Marie Schreer).

In diesem von der Mittelstufen Theater AG selbst entwickeltem Stück, wird jedoch nicht nur das Leben des jungen Spielsüchtigen auf die Bühne gebracht, sondern auch ein Blick hinter die Kulissen der Onlinespielwelt geworfen. Mit den Rollen des Managers der Computerspielefirma CRG (Susanna Darnstädt), der nur auf Profit aus ist, dem geprellten Spieleerfinder Harry Lindberg (Dominik Koos) und der einfachen Programmiererin (Vanina Wurster) sehen wir die Interessen der Vermarkter und Produzenten von Computerspielen. Außerdem kommen auch die Spielfiguren, die so genannten Avatare zu Wort, z.B. eine Elfe (Christina Orth) oder Hexe (Katharina Landwehr), die das andauernde Kämpfen gründlich satt haben.

Was das Stück „Real Life“ hier auf die Bühne bringt, ist zum einen die traurige Realität vieler Jugendlicher. Denn Spielsucht ist ein Problem, dass sich immer mehr ausbreitet und schwer kontrollierbar ist. Zum anderen reißt das Stück auch Lösungsansätze zum Umgang mit Computerspielen an. So bieten beispielsweise die Eltern (Mutter: Elena Ewald) und Lehrer (Cora Parisius) gemeinsam ein Diskussions – und Hilfeforum an und eine Unterschriftenaktion stößt die Kultusministerin (Katharina Mai) zum Handeln an. Die Vorschläge, die im Stück genannt werden, wie z.B. strengere Zeit- und Altersbeschränkungen werden im Ausland bereits zum Teil schon durchgesetzt. Auch das Stück „Real Life“ bietet am Ende diese Hoffnung. David spielt zumindest weniger Computer und die Politik hat dem uneingeschränkten Handeln der Wirtschaft zum Schutz der Jugendlichen Grenzen gesetzt.
Eine Vision, die man sich auch in der Realität wünschen könnte…

Mit diesem Stück zeigte die Mittelstufen AG des Gymnasiums Karlsbad, in der 17 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8-11 zusammenarbeiteten, was eine engagierte Gruppe alles leisten kann. Unter der Leitung der Theaterpädagogin Nadja Nielitz wurden aus improvisierten Szenen festgeschriebene Texte und nach mehreren Überarbeitungen schließlich das anspruchsvolle Stück „Real Life“ von ca. 60 Minuten Kurzweil. Auch bei Bühnenbild, Requisite, Videodreh und Technik (Audio- & Lichttechnik von Clara Betzler) waren die Schülerinnen und Schüler intensiv beteiligt.

Belohnt wurde diese Mühe durch den begeisterten Applaus der insgesamt ca. 250 Zuschauer und das ausnahmslos positive Feedback für die Gruppe!

Real Life - Lara und Nathalile

Real Life - David

Real Life - David und Schwester

Real Life - die Avatare

Real Life - Mutter von David mit Lehrerin

Real Life - Manager und Programmierer

Real Life - Kultusministerin

Real Life - Erzählerin

Nadja Nielitz

 


Quelle: Website des Gymnasiums Karlsbad (http://www.gymnasium-karlsbad.de)